Steuerung der V-2

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peter.hall
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Steuerung der V-2

Beitrag: # 718Ungelesener Beitrag peter.hall
Di 11. Jun 2019, 19:26

Elemente Steueranlage der V-2

Richtgeber D
Richtgeber EA
Kommandogeberbatterie
Mischgerät
4 Rudermaschinen
2 Segelantriebsmotoren
4 Druckstücke
4 Segel
4 Ruderabgleichpotentiometer

Literatur: OKH, Waffenprüfamt, Das Gerät A4, Baureihe B, Gerätebeschreibung vom 1.2.1945, S. 173
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peter.hall
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Re: Steuerung der V-2

Beitrag: # 724Ungelesener Beitrag peter.hall
Mo 15. Jul 2019, 17:19

Die Entwicklung der Kreiselgeräte für die V-2 wurde eigentlich nicht durch die Leute um von Braun vorangetrieben, sondern von den Firmen Siemens, Kreiselgeräte GmbH, Askania und Anschütz. Insbesondere hatten die Siemens Apparate- und Maschinenbau GmbH (Altvater, Fieber) und die Kreiselgeräte GmbH (Boykow, Gievers) ihren Anteil an der Entwicklung.

Im Dezember 1937 wurden Steuerungen nach Boykows Patenten in den Raketen vom Typ A-3 verbaut und diese dann allerdings erfolglos gestartet.
Die endgültige Steuerung der V-2 bestand aus
- dem Kreiselhorizont und dem Kreiselvertikant (Siemens)
- dem Mischgerät (Heeresversuchsanstalt Peenemünde) und
- den Rudermaschinen (Askania)

Diese sogenannte Vertikantsteuerung wurde 1938 patentiert, Erfinder Dr. K. W. Fieber. Erstmals wurde die Vertikantsteuerung im Oktober 1939 bei Versuchsflügen mit dem Aggregat 5 auf der Greifswalder Oie getestet (drei Tests). Der letzte dieser drei Tests war ein Test mit Umlenkung der Rakete. Von Braun äußerte gegenüber Dr. Fieber: “Dr. Fieber, das war das erste Mal auf der Welt, dass es glückte, eine Großrakete gesteuert in den Himmel zu schicken.“

peter.hall
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Re: Steuerung der V-2

Beitrag: # 725Ungelesener Beitrag peter.hall
Mo 15. Jul 2019, 17:27

In den Testphasen wurden drei Lenkverfahren verprobt:

1. Vertikantsteuerung LEV-3 (Fa. Siemens-Halske)
2. Kreiselstabilisierte Plattform SG-33, SG-52 und SG-66 (Fa. Kreiselgeräte GmbH)
3. Leitstrahlverfahren LS (Fa. Askania)

Interessant ist ein Bericht der Elektromechanischen Werke GmbH (=EW) an das Heereswaffenamt vom 24. November 1944, den ich im Militärarchiv in Freiburg fand (BArch RH 8/v 1984):
EW, 24.11.1944

An Wa Prüf (BuM) 10

Berlin

Seitens B.z.b.V. Heer wurde kürzlich um eine Übersicht über die bisher erreichten Verbesserungen der Treffgenauigkeit mit neuen Richtgebern gebeten. Wir geben Ihnen daher nachstehend eine Übersicht über die bisherigen Ergebnisse von EW-Schießen bekannt:
1.) LEV 3
2.) Sg 66
3.) LS
1.) LEV 3
a) Seitenabweichung:
Es wurden insgesamt 8 Schuß mit LEV 3 bzw. LEV 2 (als Vertikant) ohne LS abgegeben. Von diesen 8 Schuß können 7 zur Beurteilung herangezogen werden. Aus diesen Schüssen ergibt sich ein b50 von 5,3 km oder eine mittlere seitliche Abwechung von +/-2,65 km.
b) Programmabweichung: Mit LEV 3 bzw. LEV 2 (als Horizont) wurden 7 Schuß durchgeführt. Von diesen können 6 Schuß zur Beurteilung herangezogen werden. Die 50 %ige Abweichung beträgt +/- 1,08 Grad.
2.) Sg 66
Mit Sg 66 wurden 4 Schuß abgegeben. Die sich aus diesen Schüssen ergebende 50 %ige Streuung beträgt 4,4 km und damit die mittlere Abweichung von der Sollschußrichtung +/-2,2 km. Dieses Ergebnis muß durch eine größere Zahl von Schüssen erhärtet werden. Erwartet wird eine b50 von etwa 2 km.
3.) Schüsse mit LS
Insgesamt wurden bisher 51 Schuß mit LS verschossen. Von diesen 51 Schuß fielen als Frühzerleger und Kurzschüsse 14 Schuß aus, so daß 37 Schuß zur Beurteilung herangezogen werden können. Von diesen 37 Schuß ist bei 27 Schuß (73%) die LS-Aufschaltung auswertbar, während bei 10 Schuß durch Instabilität und Störungen im LS und in der LS-Programmaufschaltung unbrauchbare Ergebnisse vorliegen.
Von diesen 27 Schuß haben 12 Schuß eine Abweichung von 1 km bezogen auf 200 km Schußentfernung, 8 Schuß eine Abweichung von 1-2 km, 5 Schuß eine Abweichung von 2-3 km und 2 Schuß eine Abweichung von 3-4,1 km.

Heil Hitler

ELEKTROMECHANISCHE WERKE GMBH

i.V. Schilling pps. Rees

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